Ein häufiger Befund bei Erwachsenen und Kindern ist eine leichte Kopfverletzung ohneBewusstseinsverlust. Für den Ersthelfer vermag es aufgrund der Komplexität derSymptome und klinischen Zeichen schwierig sein, eine Gehirnerschütterung (ein leichtesSchädelhirntrauma (SHT)) zu erkennen. Das kann zu Verzögerungen bei derordnungsgemäßen Therapie sowie bei der Verlaufsberatung und Nachbehandlung führen.Für den Sportbereich wird allgemein der Einsatz des „Sport-Concussion-Assessment-Tool“(SCAT3) empfohlen und eingesetzt.!“ Dieses Instrument ist zur Nutzung für professionelleHelfer empfohlen und benötigt eine zweizeitige Untersuchung, einmal vor dem Wettkampfund dann, nachdem die Gehirnerschütterung eingetreten ist. Deshalb ist es alsEinmaluntersuchung für Ersthelfer nicht geeignet. Besteht bei einem mit SCAT3untersuchten Athleten der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung, soll ein professionellerHelfer für die weitere Untersuchung und Beratung aufgesucht werden. 

Erste-Hilfe-Leitlinie 2015

Obwohl ein Beurteilungssystem für Gehirnerschütterungen eine große Hilfe für dieFrüherkennung solcher Verletzungen durch einen Ersthelfer wäre, steht bisher noch keineinfaches und validiertes System für den praktischen Gebrauch zur Verfügung. JedePerson mit dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung soll von einem professionellenHelfer beurteilt werden.

Quelle: D.A.Zideman,E.D.J.De Buck,E.M. Singletary et al (2015) Erste Hilfe. Kapitel 9 der Leitlinien zur Reanimation 2015 des European Resuscitation Council. Notfall Rettungsmed, doi: 10.1007/s10049-015-0093-x